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NUR DURCH DIE ZEIT LÄSST ZEIT SICH ÜBERWINDEN
Maya Anner

Die Ausstellung präsentiert Werke von acht zeitgenössischen israelischen Künstlern, die sich vielfältiger Medien – von realistischer und abstrakter Malerei über Zeichnung, Skulptur, Fotografie bis hin zu Multimedia – bedienen. Was haben sie über das Leben und Arbeiten in Israel hinaus gemeinsam?

Man könnte meinen, die Auswahl der Werke sei von einem intuitiven Gespür für ein Element geleitet gewesen, dass in allen Arbeiten in irgendeiner Form auftaucht. Der Titel der Schau, ein Zitat aus T.S. Eliots Gedicht Burnt Norton, kann uns helfen, dieses Element zu begreifen, und wirft zugleich einiges Licht auf den die Werke verbindenden roten Faden: die Beschäftigung mit Zeit, mit Vergangenheit und Vergänglichkeit und die Suche nach Sinn. Politisches und Persönliches sind in den Arbeiten der acht Künstler ineinander verwoben; die Ausstellung spiegelt die persönliche Auseinandersetzung von Künstlern einer mittleren Generation, die in einem vielfältigen und an Widersprüchen reichen Land arbeiten, mit der Sinnfrage wider, ihr Streben nach der Bestimmung der eigenen Identität und Augenblicken der Anmut.

Die folgenden Bemerkungen wollen keine allgemeinen Aussagen treffen oder einseitig das Politische betonen; das würde den Tiefendimensionen jeder einzelnen Arbeit nicht gerecht. Vielmehr sollen Verbindungen und gemeinsame Richtungen aufgezeigt werden, um ein Schlaglicht auf die Themen zu werfen, die im Mittelpunkt der Praxis einiger der wichtigsten heutigen israelischen Künstler stehen.

DAVID ADIKA schießt in seiner Wohnung technisch vollendete und hochgradig ästhetisierte Fotografien von Objekten aus einer Sammlung, die er über Jahre aufgebaut hat. Die Artefakte tragen orientalistische Züge, als stammten sie von Reisen nach Afrika; in Wirklichkeit hat er sie alle in Israel erworben, wo sie auch hergestellt wurden. Die von Adika gesammelten und abgelichteten Objekte fungieren als Vehikel für Kulturen und Identitäten; sie rücken Fragen von Zeit, Erinnerung, Herkunft, Status und Schönheit ins Blickfeld und markieren zugleich eine Trennlinie zwischen Original und Imitat, zwischen Hoch- und Massenkultur. Die Arbeiten zeugen von der Anknüpfung von Beziehungen zwischen Ländern und Kolonien, eine Erkundungsbewegung, die auch die Identität des Künstlers selbst als Mizrachi und die Debatten rund um die afrikanischen Flüchtlinge berührt, die derzeit auf der politischen Agenda in Israel ganz oben stehen. Adika zeigt die Fotografien auf Wänden, die in kräftigen für den Nahen Osten typischen Farben gestrichen sind, um sich der westlichen Konvention der Präsentation von Kunst im „White Cube“ zu widersetzen. So erweitert er die Herauslösung der Gegenstände aus dem Alltagsleben und die Verwandlung der Fotografie in ein verlockendes Objekt um eine weitere Dimension. Durch Sammeln, Fotografieren und Ausstellung der Gegenstände entfaltet Adika eine persönliche und autobiografische Erzählung, in die zugleich gesellschaftliche und politische Themen eingewoben sind.

Auch ERAN NAVE verarbeitet postkoloniale Elemente. Für The Hostschuf er einen mit dem Bild einer afrikanischen Maske bedruckten Lautsprecher, aus dem Dschungelklänge ertönen. Die Musik kommt von einer Kassette mit dem Titel Sounds of Jungle, auf die Nave auf dem Flohmarkt von Tel Aviv stieß. Wie bei Adikas Objekten stammt auch hier das „Exotische“ in Wirklichkeit aus heimischer Produktion. Naves Auseinandersetzung mit der Maske baut auf seiner Erkundung des Motivs in seinem demnächst erscheinenden Künstlerbuch auf und steht mit einer Drucktechnik, die er verwendet, in Zusammenhang. Dem Künstler ist zwar selbst nicht ganz wohl bei dem Gedanken an die herablassende Haltung, die in der Arbeit mit Masken anklingt, aber er konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich auf eigene Weise einem viel behandelten Thema zu nähern. In The Guidepräsentiert Nave das erscheinende und wieder verschwindende Lächeln der Grinsekatze aus Alice in Wonderland. Der Titel bezieht sich auf den nutzlosen Rat, den die Katze Alice auf die Frage hin erteilt, wohin sie sich wenden solle: „Das ist wirklich egal, nicht wahr?“ Wie die Katze behandelt Nave „schwere“ existenzielle Fragen mit Leichtigkeit und Humor. In der Beschäftigung mit Themen, die im Kern schon Klischees sind, versucht er durch ihre Banalität hindurch zu einer ganz eigenen und konzentrierten Auffassung zu gelangen.

EITAN BEN MOSHE zeigt Leuchtkästen und Skulpturen aus geschmolzenem und gegossenem Glas, Metall, Polymeren und Lichtquellen. Mit dieser eigenwilligen Mischung sehr verschiedener Materialien veranschaulicht er ganz buchstäblich den Begriff vom „Schmelztiegel“, der für den Staat Israel seit seiner Gründung und insbesondere für das heutige Leben im südlichen Tel Aviv bezeichnend ist, wo Ben Moshe (wie die meisten Tel Aviver Künstler) sein Atelier hat. Seine Arbeiten wirken chaotisch, brachial und provokant, wie die Ergebnisse eines außer Kontrolle geratenen wissenschaftlichen Experiments. Zugleich ist ihnen eine fast poetische und spirituelle Dimension eigen, als suche der Künstler nach innerer Ruhe und ästhetischer Qualität inmitten von Aufruhr und banger Sorge.

ELAD KOPLERS abstrakte Malerei in großen Formaten verbindet Einflüsse der herausragenden Maler des 20. Jahrhunderts und wichtiger Vertreter des Mediums in Israel mit einer persönlichen Aussage. Er bezieht sich auf die zwei Schulen des amerikanischen abstrakten Expressionismus, Action Painting und Farbfeldmalerei, und verknüpft diese Traditionen mit lokalen und persönlichen Themen. Kopler, der seine Laufbahn mit einem Studium der Architektur begann, malte zunächst wie aus der Vogelperspektive; seine Arbeiten sahen wie Luftbildfotografien aus, ähnelten dann über die Jahre immer mehr Karten. Seine jüngsten Werke wirken wie eine Kreuzung aus Kartografie und Teppichkunst. Sein Interesse an Karten hängt mit seiner Faszination für einen Atlas aus den 1970er Jahren zusammen, in dem er nach einem Ort sucht, an dem er Wurzeln schlagen, ein Leben aufbauen, ein Zuhause finden kann; daher die Teppiche, die uns in ein bürgerliches Interieur versetzen, eine Sphäre, mit der den Künstler eine Hassliebe verbindet. Durch den mehrschichtigen Aufbau seiner Bilder versucht Kopler, verschlissene Oberflächen nachzuahmen und den langsamen Zerfall, der mit dem Vergehen der Zeit einhergeht, einzufangen.

Auch bei GAL WEINSTEIN geht es zentral um Zeit und materielle Zerfallsprozesse. Doch wo der Zerfall in Koplers Werken metaphorisch ist, finden sich in Weinsteins Arbeiten Fälle wirklicher Zersetzung. Weinstein sondiert die Lebensdauer von Bildern und die fiktive Qualität der Zeit. Er kehrt zu dem Motiv zurück, mit dem er sich Anfang des Jahrtausends als Künstler einen Namen machte: dem Jesreel-Tal. Während die früheren Arbeiten Kritik an der zionistischen Propaganda übten, legen die neuen Werke das Hauptaugenmerk auf Weinsteins eigene Lebensgeschichte und die Verkörperung des eng mit seinem Oeuvre verknüpften Bildes. Die in der Ausstellung gezeigten Kaffeetische sind das Ergebnis einer Sammeltätigkeit: Die schimmligen Rückstände in hunderten Kaffeetassen, die sich im Lauf der Zeit in seinem Atelier angesammelt hatten, bildeten eine Landschaft, die ihn an seine früheren Arbeiten zum Hula- und Jesreel-Tal erinnerten. Die Faszination, die diese Orte auf ihn ausüben, erhält so eine subjektive und persönliche Qualität; es entsteht eine Situation, in der eines zum nächsten führt wie in dem berühmten Pessach-Lied Chad Gadja(„Eine kleine Ziege“). Durch die Verkörperung eines Bildes veranschaulicht Weinstein das Zerstörungswerk der Zeit in ästhetischen und verführenden Bildnissen, die ein Ablaufdatum haben: Sie bestehen aus Schimmel und Fäulnis.

Spuren der Zeit bilden die Grundlage für die Werke von LIHI TURJEMAN, die leerstehende Gebäude in Tel Aviv „übernimmt“, kurz bevor sie abgerissen werden, um für einen weiteren Neubau im boomenden Immobilienmarkt der „Weißen Stadt“ Platz zu machen. Um die Geschichten der Häuser und ihrer einstigen Bewohner einzufangen, kartiert Turjeman akribisch und mit großem Aufwand ihre Wände und trägt sie – manchmal mit bloßen Händen – ab, um die Ablagerungen der Jahre und Spuren von Verfall und Verwahrlosung ebenso freizulegen wie Zeugnisse des häuslichen und familiären Lebens, das sich hier abspielte. Die gesammelten Schichten von Farbe und anderen Materialien überträgt Turjeman auf Leinwände; indem die so entstehenden neuen Arbeiten dem von ihr dokumentierten Prozess eine neue Zeitschicht hinzufügen, geben sie den Orten eine mögliche Zukunft und verleihen ihnen vielleicht so etwas wie Unsterblichkeit.

Die Malerin FATMA SHANAN ist für ihre Bilder von Teppichen bekannt; was als hyperrealistische Malerei begann, entwickelte sich nach und nach zu Feldern von Farbpixeln. Die drei in der Ausstellung gezeigten Arbeiten stehen beispielhaft für diesen Prozess sowie die Entwicklung von Shanans künstlerischer Praxis und Behandlung des Teppichs. In ihren früheren Gemälden verwendete Shanan den Teppich als Symbol der Kultur der Drusen, der Minderheit, der sie angehört; in einer Geste des Ungehorsams entfernte sie ihn von seinem angestammten Platz und legte ihn an verschiedenen Orten im Freien aus, manchmal inmitten einer Gruppe von Frauen und Mädchen. Über das Teppichmotiv entwarf Shanan so ein Gegenmodell zu der stereotypen Verwendung des Teppichs in der westlichen Kunst, wo er mit der weiblichen Sphäre und dem Orient assoziiert wird. In ihren neuen Bildern testet sie die Grenzen des Körpers, indem sie ihn Dehnungen unterwirft, um die Auswirkungen seelischer Beengtheit auf die Körpersprache kritisch zu beleuchten. In diesen Arbeiten hat der Teppich seinen Rang als zentraler Bildgegenstand bereits eingebüßt; in der rätselhaften Szene in Mother and Childist er beinahe ganz verschwunden, Heldin ist hier eindeutig das Mädchen. Shanans neue Gemälde werfen Fragen zur Bedeutung bestimmter Orte und unserem Verhältnis zu ihnen und uns selbst auf und sprengen die Grenzen von Identität und körperlicher Gegenwart im Raum.

Ganz unmittelbar Druck- und Dehnkräften ausgesetzt ist der menschliche Körper in einer Serie von Guckkästen von IVRI LIDER, bei denen der Betrachter sich bücken muss, um durch die Gucklöcher die in ihrem Inneren verborgenen beleuchteten Fotografien zu betrachten. Die Bilder nahm Lider 2012 ohne künstlerische Absichten mit einem einfachen Klapphandy in der Wohnung seines kurz zuvor verstorbenen Vaters auf. Durch die Form, in der er sie präsentiert, lässt er uns an der Erfahrung teilhaben, das Leben bloßzulegen, das sein Vater vor ihm verborgen hatte. Mit der nicht einfachen Entscheidung, diese Fotos öffentlich auszustellen, versucht Lider – einer der erfolgreichsten israelischen Musiker –, die Wunden von Zeit und Geschichte zu heilen und seinem Vater, wie er wirklich war, ein Denkmal zu errichten. Trotz des problematischen Materials gelingt es ihm, mit einem einfühlsamen Blick Inseln von Schönheit und Stille inmitten des Chaos einzufangen, wie sie für seine Fotos insgesamt typisch sind. Ein großformatiges Foto eines männlichen Rückenakts unter der Dusche, das neben den Kästen hängt, nimmt das Thema des heimlichen Betrachters auf und verleiht dem Ensemble etwas Geheimnisvolles. Liders Sehnsucht danach, verlorene Zeit wiedergutzumachen, bringt uns zu Eliots Gedicht zurück, dessen Kernaussage überall in der Ausstellung anklingt:

„Erinnert werden; verwoben mit Vergangenheit und Zukunft.
Nur durch die Zeit lässt Zeit sich überwinden.“

MAYA ANNER ist eine unabhängige Kuratorin in Tel Aviv und derzeit leitende Kuratorin von PHOTO IS:RAEL, dem Internationalen Fotografie-Festival in Tel Aviv. Sie war Leiterin der Abteilung für Kunst beim British Council Tel Aviv und Kuratorin und künstlerische Leiterin von ArtLink; außerdem war sie in der Abteilung für Fotografie des MoMA und im Tel Aviv Museum of Art tätig. Maya schloss ihre Studien an der Tel Aviv University mit einem MA in Kunstgeschichte und einem Diplom in Curatorial and Museum Studies ab.

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ONLY THROUGH TIME TIME IS CONQUERED
Maya Anner

The exhibition features eight contemporary Israeli artists, who work in a variety of mediums ranging from realistic and abstract painting to drawing, sculpture, photography, video, and multimedia. What do they all have in common beyond than the fact that they are all based in Israel?

It seems as if the selection of the works was led by an almost intuitive sense of an element that exists in all the works in the exhibition, in one form or another. The exhibition’s title, a quote from T.S. Eliot’spoem Burnt Norton, can offer us some insight into this element, as well as shed light on the common thread linking the works: an examination of time, a preoccupation with the past and passing time, and a search for meaning. The political and the personal are combined in the works of the eight artists, and the exhibition reflects a personal quest for meaning, self-definition, and moments of grace by an intermediate generation of artists working in a conflicted and complex country.

This text does not set out to formulate generalized statements or focus exclusively on the political, which would not do justice to the depths embodied in each of the artist’s works, but rather to find links and shared directions that will shed light on the issues found at the core of the practices of some of Israel’s leading artists today.

DAVID ADIKA photographs technically perfect and highly aestheticized images of objects in his home, carefully collected over the years. The artefacts have an Orientalistic air, as though they were brought back from trips to Africa, when in reality they were all purchased and made in Israel. The objects Adika collects and photographs function as carriers of cultures and identities, bringing to the fore questions of time, memory, origin, status, and beauty, while delineating a line that stretches between original and fake, high and low. The works speak of the establishment of relationships between countries and colonies, an exploration that also touches on the artist’s Mizrahi identity as well as the discourse surrounding African refugees, which is currently at the top of Israeli public agenda. Adika presents the photographs on walls painted in bold, Middle Eastern colors, as an act of defiance against the display of art in the Western “white cube.” With that, he adds another layer to the redemption of the objects from everyday life and transformation of the photograph into a seductive object. By collecting, photographing, and displaying the objects, Adika weaves a personal and autobiographical but also social and political narrative.

Another artist who incorporates post-colonial elements in his work is ERAN NAVE. For The Host, Nave created a loudspeaker imprinted with an image of an African mask that emits sounds of the jungle. The music is played from a cassette called Sound of Jungle, which Nave found in Tel Aviv’s Flea Market. As in Adika’s objects, the origin of the “exotic” isin fact local. Nave’s engagement with the mask is an extension of his exploration of this subject in his upcoming artist’s book, as part of a printing technique he uses. While the artist mentioned his discomfort with the patronizing aspect of working with masks, he is nevertheless drawn to employing his own approach on a theme explored by many before him. In The Guide, Nave presents the appearing and vanishing smile of Alice in Wonderland’s Cheshire Cat. The work’s title refers to the useless direction the cat offers Alice, when she asks him which way she should go: “t really doesn’t matter, does it?” Like the cat, Nave touches on “heavy” existential issues with a lighthearted outlook and humor. He deals with subjects whose core is the cliché, trying to take on their banality and extricate a personal and distilled idea.  

Eitan Ben Moshe presents light boxes and sculptures that consist of melted and cast glass, metal, polymers, and lights. With this unconventional mix of diverse materials he demonstrates, quite literally, the notion of a “melting pot” characterizing the history of the State of Israel since its establishment and the current reality in south Tel Aviv, where Ben Moshe’s studio (and the studios of most artists working in Tel Aviv) is located. The mixture of materials symbolizes the social and political fusion in which the artist lives. On the one hand the works look chaotic, violent, and stinging, the products of a scientific experiment that spun out of control. On the other hand, they have an almost poetic and spiritual dimension of a search for the tranquil and aesthetic within the turmoil and angst.

In his large-scale abstract paintings, ELAD KOPLER interweaves influences of great twentieth-century painters with key figures in Israeli painting and a personal statement. He combines both schools of American abstract expressionism, Action Painting and Color Field Painting, marrying them to local and personal themes. Kopler, who studied architecture at the beginning of his career, previously painted as from a bird’s eye view what at first looked like aerial photography, and over the years developed into maps, from which he created his current paintings that look like a cross between a map and a domestic carpet. His interest in the map is associated with his obsession with a 1970s atlas in which he looks for a place where he can put down roots and make a life, a home—hence the carpets that transport us into domestic and bourgeois life, with which he has an attraction-repulsion relationship. Through the layers of the painting, Kopler tries to emulate worn materials and capture a process of disintegration and the passage of time.

Another artist whose work focuses on time and disintegration of material is GAL WEINSTEIN. However, in contrast with Kopler’s works, where the decay is metaphorical, in Weinstein’s works we find an actual process of decay. Weinstein explores the lifespan of an image and the fictional element of time. He returns to the subject with which he gained artistic recognition in the early 2000s—the Jezreel Valley. While the earlier works offered a criticism of Zionist propaganda, the present pieces shift to Weinstein’s personal biography and the incarnation of the image that is so identified with the artist’s body of work. The coffee tables featured in the exhibition are the outcome of a process of collecting the residues of hundreds of moldy cups of coffee that accumulated in the artist’s studio over time, forming a landscape that reminded him of his earlier works of Hula Valley and Jezreel Valley. His fascination with these places becomes subjective and personal, creating a situation where one thing leads to the next, like in the famous Passover song Had Gadya(“One Little Goat”). Through the incarnation of an image, Weinstein presents the ravages of time, offering aesthetic and alluring images that have an expiration date, comprised of mold and decay.

The residues of time are the foundation for the works of LIHI TURJEMAN, who “takes over” abandoned buildings in Tel Aviv moments before they are demolished, rebuilt, and become yet another real-estate project in the “White City,” and tries to capture their history and the history of the people who once inhabited them. In a meticulous and labor-intensive process, Turjeman charts the walls of the structure, scarping them, sometimes with her bare hands, and exposing the layers and the years, signs of decay and neglect alongside evidence of life and domesticity that took place between the walls of the building. Turjeman transfers the layers of paint and walls she collects onto canvases, creating new pieces that add another layer of time to the process that she documents, giving these places a potential future and possibly—immortality.

The painter FATMA SHANAN is known for her paintings of carpets, which started as hyper-realistic paintings and over the years evolved into fields of color pixels. The three works featured in the exhibition exemplify this process, alongside the evolution of the artist’s practice and the treatment of the carpet. In the earlier paintings Shanan used the carpet as a signifier of the Druze culture from which she comes, removing it from its natural place in a gesture of defiance, and placing it outdoors in different surroundings, and at times in the presence of women and girls. Through the motif of the carpet, Shanan offered an alternative to the stereotype that has taken root in Western art, which associates the carpet with women and the Orient. In her recent paintings, she pushes the boundaries of the body by stretching it physically, and with that comments on the impact of mental restriction on body language. The carpet is already relegated from the status of the central image in the works, while in Mother and Childit is almost completely absent from the enigmatic scene, whose undisputed heroine is the girl. In her new paintings Shanan raises questions about place and our relation to the place and ourselves, pushing the boundaries of identity and the boundaries of the body in space.

The attempt to push and stretch the human body becomes physical in a series of peep boxes by IVRI LIDER, which force viewers to physically bend down in order to look through peep holes at the illuminated photographs hidden inside them. Lider took the photographs in 2012 with a simple flip phone, without any artistic motivation, in his late father’s apartment immediately after he passed away. Choosing to display the work in this manner, he includes us in the experience of revealing the life that his father hid from him. With the complex decision to expose these photographs to the public, Lider—one of Israel’s most renowned musicians—mends history and time, celebrating who his father really was, with all that entails. Despite the challenging materials, Lider manages to capture, with a sensitive eye, islands of beauty and calm within the chaos, a feature characteristic of his photographs in general. A large scale photograph of a man’s back in the shower, presented alongside the boxes, echoes the act of peeping and adds an element of mystery to the entire ensemble. Lider’s desire to repair the lost time takes us back to Eliot’s poem, whose essence permeates the entire exhibition:

“Be remembered; involved with past and future.
Only through time time is conquered.”

MAYA ANNER is an independent curator working in Tel Aviv, and currently serves as the Chief Curator of PHOTO IS:RAEL, the International Photography Festival in Tel Aviv. She was the Arts Manager at the British Council Tel Aviv, the curator and art director at ArtLink and has worked at the Department of Photography at the MoMA and the Tel Aviv Museum of Art. Maya holds an MA in Art History and a Diploma in Curatorial and Museum Studies from Tel Aviv University.