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WUCHERNDE UNENDLICHKEIT
ANDREAS GREINERS HYBRID MATTER
LUKAS TÖPFER

 

  Prolog

 Jedes Leben kann, genau genommen, unendlich oft untergliedert werden, in Einzelteile und Einzelteile von Einzelteilen, ad infinitum. Alle Ganzheiten oder Einheiten sind letzten Endes eine Frage des Abstandes: vom kosmischen Horizont bis zum Elementarteilchen, Schicht für Schicht. „Ich bin die Krankheit und die Medizin“, hat Jean-Luc Nancy einmal geschrieben, in einem Buch über seine Herztransplantation, jenen „Eindringling“, der ihm das Leben rettet. Bin ich das Herz, welches in mir schlägt, obwohl es zuvor woanders geschlagen hat? „Der liebe Gott steckt im Detail“, hat Aby Warburg irgendwo behauptet.

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2010 gelang es dem Biochemiker und -techniker Craig Venter, in seinem Labor ein synthetisches Erbgut herzustellen und einer Zelle zu implantieren.[i]2016 wurden zwei optimierte Fassungen seiner Zellkreation der Öffentlichkeit vorgestellt: die „minimalen synthetischen Zellen“ Syn2.0TMund Syn3.0TM. Die beiden Zellen können über Synthetic Genomics, Inc.„zu Forschungszwecken“ online erworben werden – Listenpreis: $1.875 für 0,5 ml. Sie enthalten ein stark vereinfachtes Genom, das auf Wachstum und Lebensfähigkeit beschränkt bleibt.

 

„Place Your Order | Select ‚Enzymes and Cell Lines‘ | Select your product | Check out.“[ii]

 

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 Eine Gruppe Syn3.0TM-Zellen bildet den Ausgangspunkt einer Werkreihe, die Andreas Greiner in seiner Ausstellung „Hybrid Matter“ bei Dittrich & Schlechtriem vorstellt. In Zusammenarbeit mit dem Würzburger Mikroskopisten Stefan Diller entstanden, steht die Werkreihe exemplarisch für Greiners interdisziplinäre und häufig kollaborative Praxis. Greiner und Diller haben die Hightech-Zellen sowie eine Gruppe humaner Tumorzellen[iii]mit Elektronen beschossen, topografisch erfasst und im großen Format ins Bild gebracht. Um ein Tausendfaches vergrößert, sind die beiden Zelltypen nun einander gegenübergestellt: ein Leben, das die Macht hat, sterben zu lassen (die Tumorzellen), und ein Leben, das von Grund auf gestaltet wurde (Syn3.0TM). Die Aufnahmen zeugen von einer unglaublichen und unheimlichen, hybriden „neuen Welt“ an der äußersten Grenze von Natur und Technik, Leben und Tod, Hybris und Möglichkeit.

 

Um ‚fotografiert‘ werden zu können (mit einem Rasterelektronenmikroskop), müssen die Zellen mit einer dünnen Metallschicht überzogen werden, einer Totenmaske nicht unähnlich. Das Metall reflektiert die Elektronen, mit denen die Zellen beschossen und gerastert werden. Das Lebendige wird stillgestellt: kleine Skulpturen, Grundformen, Blaupausen des Lebens. Die Bilder interpretieren und variieren die Ästhetik der hard science, Abbildungen von Dingen, die Ernst Haeckel 1899 die „Kunstformen der Natur“ genannt hat. Tief im Lebendigen, dort, wo das Auge nicht mehr mitkommt und des „bewaffneten“ Blicks der Maschine bedarf, werden Formen von eigentümlicher Schönheit sichtbar, Landschaften, wie Oberflächen winziger Planeten.

 

Die Fotos sind um eine aufwendige Mehrkanal-Soundinstallation gruppiert, die Greiner gemeinsam mit dem Komponisten Tyler Friedman realisiert hat („The molecular ordering of computational plants“, mit einem Text von Friedman[iv]): sechs Stimmen, die einen Raum durchmessen, der in sieben Schritten langsam dunkler wird und dessen Zentrum am Ende durch winzige biolumineszente Algen zitternd blau aufleuchtet. Die Algen werden durch Schwingungen dreier Lautsprechermembranen in Bewegung versetzt, die in dem transparenten, mit Wasser und Nährstoffen gefüllten Behälter im Herzen des Raums installiert sind. Fünf vertikale, an der Wand befestigte Glasrohre werden mit Luft durchpulst. Beide Bewegungen bringen die hoch responsiven Algen zum Leuchten. Die über den Raum verteilten Stimmen berichten in Form einer assoziativen, poetischen Narration von einer Höherentwicklung der Menschheit, einer Entwicklung, die zum Einzeller ‚zurück‘ führt. Die neuen Menschen werden einfach sein, unendlich responsiv, effektiv und untereinander vernetzt, wie optimierte, manipulierte Zellen, wie Algen im Meer, auf dem Raumschiff Erde.

 

Die Algen – Pyrocystis fusiformis– sind auf einer angrenzenden Wand als zwei Rasterelektronenmikroskopien zu sehen: formschöne, silberblau schimmernde Wesen vor einem tiefschwarzen, kosmischen Hintergrund. Die poetischen Titel der beiden Bilder sind ein Echo der zentralen Soundinstallation: „What Had Been Humanity“;„Billions of Heart Beats Slowed Down into Synchronicity“.

 

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Am Eingang der Ausstellung hängt ein Objektrahmen, der einen „Genome Engineering“-Baukasten des Bio-Hackers Josiah Zayner enthält. Der Baukasten soll es ermöglichen, die eigene Genetik zu manipulieren (consumer genetic design). Er zeugt von dem Bemühen, das genetic engineeringzu dezentralisieren, also möglichst allgemein, dereguliert und kostengünstig möglich zu machen. Greiner übernimmt den Baukasten in Form eines kaum veränderten Readymades, eines zeitgenössischen Werkzeugs (Hammer und Meißel des dritten Jahrtausends sozusagen). Das Gen-Kit rückt vor den Hintergrund einer altehrwürdigen bildhauerischen Tradition, die vielleicht mit Pygmalion und Galatea beginnt: einer lebendig gewordenen Statue.

 

Im gleichen Raum steht eine Metallplastik, die eine Zellteilung skulptural nachbildet: eine reale Zellteilung, die mit Elektronen gerastert, dreidimensional ausgedruckt, in eine Gussform gebracht und in Neusilber gegossen wurde. Die seltsame Linearität des 3D-Drucks (und damit der Prozess der Herstellung der Plastik im Ganzen) bleibt im Endergebnis sichtbar: Linie für Linie, Schicht für Schicht, Moment für Moment wurde im Metall verewigt.

 

Greiners Skulpturen und Installationen basieren oft auf zeitlichen Verläufen und biologischen Prozessen, die er in der Vergangenheit u.a. als „living sculptures“ oder „time sculptures“ bezeichnet hat. Sie entstehen häufig in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und medizinischen Labors und verwenden wissenschaftliche Untersuchungstechniken und Bildgebungsverfahren (neben den hier verwendeten Rasterelektronenmikroskopien u.a. CT-Röntgenaufnahmen, DNA-Analysen und histologische Schnitte). Greinerbringt einen Austausch ästhetischer und experimenteller Wissensformen in Gang, zwischen Kunst, Biologie und Technik, Schönheit, Wahrheit und Nützlichkeit. Die Wirklichkeit wird analysiert und verändert, subjektiv und spekulativ ausgedeutet – jenseits von Gut und Böse: hard science, science fiction.

 

   Epilog

 Kurz vor Ende seines ambivalenten, melancholischen Buches über seine Herztransplantation kommt Jean-Luc Nancy auf den „schreckenerregendsten und beunruhigendsten aller Techniker“ zu sprechen: den Menschen, der beginnt (und immer wieder beginnt), den Menschen „unendlich zu übersteigen“, der „die Natur denaturiert und neu schafft“ und „des Ursprungs und Endes mächtig ist“. „Ich bin die Krankheit und die Medizin“, schreibt Nancy über sich und sein Herz, über jenen Eindringling, der ihm das Leben rettet, nachdem er einem anderen Leben entnommen wurde; „ich bin die kanzeröse Zelle und das verpflanzte Organ, […] ich bin die Enden der eisernen Fäden, die meinen Brustkorb zusammenhalten, und die Einspritzöffnung, die für den Rest meines Lebens unterhalb meines Schlüsselbeins angebracht worden ist“.

„Gemeinsam mit all meinen […] Nächsten, bin ich/sind wir tatsächlich die Anfänge einer Mutation“: ein Leben, das „nicht aufhört, sich zu verändern“, „conatuseiner wuchernden Unendlichkeit.“[v]

 

 

Lukas Töpfer arbeitet als Kurator, Kunsthistoriker und Autor in Berlin. Unter dem Titel „Die Summe und der Rest“ führte er 2017 sieben Gäste durch Andreas Greiners Einzelausstellung „Agentur des Exponenten“ in der Berlinischen Galerie; die Ausstellung wurde für die Führungen, die für jeweils eine Person im ansonsten geschlossenen Museum stattfanden, leicht verändert und personalisiert.2016 kuratierte Töpfer zwölf Einzelausstellungen mit Skulpturen von Michael Müller, die ohne Publikum in der geschlossenen Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden stattfanden („Der Rest eines Vorschlags“); im Anschluss wurden zwölf Installationsansichten auf den Wänden eines leeren Glasraumes gezeigt, welcher 2017 und 2018 seinerseits im Zentrum zweier Ausstellungen im BKV Potsdam zu sehen war. 2014–15 wurde Töpfers achtteiliger Ausstellungszyklus „Der Rückzug der Dinge“ in einem kleinen Raum im Zwischengeschoss der KW Institute for Contemporary Art (Berlin) gezeigt; er wurde unter dem Titel „Die Melancholie der Elite“ an 31 Abenden mit 31 Ausstellungen für jeweils einen Gast eröffnet.

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[i]Auf der Internetseite desChristian Science Monitorwird die Innovation am 21. Mai 2010 folgendermaßen beschrieben: „After almost 15 years of work and $40 million, a team of scientists at the J. Craig Venter Institute says they have succeeded in creating the first living organism with a completely synthetic genome. This advance could be proof that genomes designed in a computer and assembled in a lab can function in a donor cell, eventually reproducing fully functional living creatures, that is, artificial life. As described today in the journal Science, the study scientists constructed the genome of the bacterium Mycoplasma mycoidesfrom more than 1,000 sections of preassembled units of DNA. Researchers then transplanted the artificially assembled genome into a M. capricolumcell that had been emptied of its own genome. Once the DNA ‚booted up‘, the bacteria began to function and reproduce in the same manner as naturally occurring M. mycoides.“ https://www.csmonitor.com/Science/2010/0521/J.-Craig-Venter-Institute-creates-first-synthetic-life-form.

[ii]https://sgidna.com/syn20-syn30-minimalcell.html. („Verification of an institutes [sic] agreement and ability to comply w [sic] with BSL-2 (Biosafety Level 2) procedures may be required prior to shipment. “)

[iii]Die Zellen wurden von cpo / cellular phenomics & oncology (Dr. Christian Regenbrecht) zur Verfügung gestellt.

[iv]Gesprochen von Gudny Gudmundsdottir, Spencer Saleban, Diana McCarty, Rachel O’Reily und Jochen Steinbicker; Lied von Janja Vuletic.

[v]Alle Zitate von Jean-Luc Nancy stammen aus Der Eindringling/L’Intrus. Das fremde Herz, übersetzt von Alexander Garcia Düttmann, Berlin: Merve Verlag 2000, S. 47-49.

 

 

ON-GROWING INFINITY
ANDREAS GREINER’S HYBRID MATTER
LUKAS TÖPFER

 

   Prologue

 

There is no fundamental limitation to how far any given life can be subdivided, into individual components and components of components, ad infinitum. All totality or unity is in the final analysis a matter of distance: from the cosmic horizon to the elementary particle, stratum by stratum. “I am the illness and the medicine,” Jean-Luc Nancy once wrote, in a book about his heart transplant, the “intruder” that saved his life. Am I the heart that beats within me even though it used to beat elsewhere? “God is in the details,” Aby Warburg noted somewhere.

 

  1

In 2010, the biochemist and biotechnologist Craig Venter successfully manufactured a synthetic genome in his laboratory and implanted it in a cell.[i]Two optimized versions of his cellular creation were presented to the public in 2016: the “minimal synthetic cells” Syn2.0TMund Syn3.0TM. Both can be purchased online “for research purposes” from Synthetic Genomics, Inc.—list price: $1,875 for .5 ml. They contain a genome reduced to the traits essential for growth and viability.

“Place Your Order | Select ‘Enzymes and Cell Lines’ | Select your product | Check out.”[ii]

 

 

  2

A set of Syn3.0TMcells is the point of departure for a series of works that Andreas Greiner presents in his exhibition “Hybrid Matter” at Dittrich & Schlechtriem. Produced together with the Würzburg-based microscopy specialist Stefan Diller, the series exemplifies Greiner’s interdisciplinary and often collaborative practice. Greiner and Diller fired electrons at the high-tech cells as well as a cluster of human tumor cells,[iii]produced topographic records, and turned the resulting data into pictures in large formats. Magnified by a thousand, the two cell types appear side by side: a life that has the power to cause death (the tumor cells) and one that is a product of design from the ground up (Syn3.0TM). The pictures bear witness to an unbelievable and uncanny hybrid “new world” at the outermost bounds of nature and technology, life and death, hubris and possibility.

 

For the cells to be ‘photographed’ (under a scanning electron microscope), they must be coated with a thin layer of metal, not unlike a death mask. The metal reflects the electrons fired at the cells to produce a raster image. Living things are frozen in time: tiny sculptures, elementary shapes, blueprints of life. The pictures interpret and vary the aesthetics of hard science, depictions of objects that Ernst Haeckel, in 1899, called “the artistic forms of nature.” Deep inside the stuff of life, where the naked eye is blind and dependent on the “armed” gaze of the machine, forms emerge into view that evince a peculiar beauty, landscapes, like the surfaces of minuscule planets.

 

The photographs are arranged around an elaborate multichannel sound installation for which Greiner worked with the composer Tyler Friedman (“The molecular ordering of computational plants,” with text by Friedman[iv]): six voices traversing a space that slowly darkens in seven steps, its center eventually illuminated only by the shivering blue gleam of tiny bioluminescent algae. They are set in motion by vibrations from three speaker membranes installed inside the transparent container filled with water and nutrients at the heart of the gallery. Air pulses through five vertical glass pipes mounted on the wall. Both movements stimulate the highly responsive algae to emit light. Scattered throughout the room, the voices relate an associative and poetic narrative about humankind’s evolution toward a higher stage that turns out to be a ‘return’ to unicellular existence. These new humans will be simple, infinitely responsive, effective, and networked, like optimized and manipulated cells, like algae in the sea, on the spaceship that is Earth.

 

Two scanning electron microscope images on an adjoining wall show the algae, Pyrocystis fusiformis: elegant creates suffused with a silvery blue sheen before a deep black cosmic background. The two pictures’ poetic titles echo the central sound installation: “What Had Been Humanity”;“Billions of Heart Beats Slowed Down into Synchronicity.”

 

  3

An object frame by the entrance to the gallery holds a “Genome Engineering” construction kit assembled by the biohacker Josiah Zayner. It is designed to enable anyone to manipulate their own genetic makeup (what is called “consumer genetic design”), representing the efforts to decentralize genetic engineering, to make it universally available, largely unregulated, and as cheap as possible. Greiner integrates the object into his show as a virtually unaltered readymade, a contemporary implement (the third millennium’s hammer and sickle, as it were), aligning the biotechnology kit with an august sculptural tradition that goes back, perhaps, to Pygmalion and Galathea: the statue come to life.

 

In the same room, a metal sculpture represents the division of a cell: an actual cell undergoing division was scanned under the electron microscope, printed out in three dimensions, turned into a casting mold, and cast in nickel silver. The final product retains the strange linear quality of the 3D print (revealing the process of the sculpture’s manufacture as a whole): line by line, layer by layer, instant after instant immortalized in metal.

 

Greiner’s sculptures and installations are often based on the passage of time and biological processes; in the past, he has characterized his works as “living sculptures” or “time sculptures.” Many are realized in collaboration with research institutions and medical laboratories using scientific assay techniques and imaging processes (in addition to the scanning electron microscopes used for the works in this show, he has worked with CT radiographs, DNA analyses, and histological sections). Greiner initiates a dialogue between aesthetic and experimental forms of knowledge, between art, biology, and technology, beauty, truth, and utility. Reality is analyzed and altered, undergoes subjective and speculative interpretation—beyond good and evil: hard science, science fiction.

 

  Epilogue

 Concluding his ambivalent and melancholy essay about his heart transplant, Jean-Luc Nancy turns to “the most terrifying and the most troubling technician”: man, who sets out (and forever sets out afresh) to “[pass] infinitely beyond man,” who “denatures and remakes nature” and is “capable of origin and end.” “I am the illness and the medicine,” Nancy writes about himself and his heart, the intruder who, having been extracted from another life, saves his; “I am the cancerous cell and the grafted organ […] I am these ends of steel wire that brace my sternum and this injection site permanently sewn under my clavicle.”

“We are, along with the rest of my […] fellowcreatures, the beginnings, in effect, of a mutation”: a life that is “never done with being altered,” “the conatusof an on-growing infinity.”[v]

 

 

Lukas Töpfer is a curator, art historian, and writer and works in Berlin. In 2017, he produced “The Sum and the Remainder,” a series of seven guided tours for a single visitor each of Andreas Greiner’s solo exhibition “Agency of the Exponent” at Berlinische Galerie; the show was slightly altered and personalized for the tours, which were held when the museum was closed to the general public. Curated by Töpfer, twelve solo exhibitions showcasing sculptures by Michael Müller held inside the closed Staatliche Kunsthalle Baden-Baden in 2016 (“Der Rest eines Vorschlags”) were not seen by anyone; twelve installation shots were subsequently displayed on the walls of an empty glass-walled room that was in turn on view at the center of two exhibitions at the BKV Potsdam in 2017 and 2018. In 2014–15, Töpfer presented the eight-part exhibition cycle “The Retraction of Things” in a small mezzanine room at the KW Institute for Contemporary Art, Berlin; it was inaugurated with thirty-one exhibitions held on thirty-one evenings for one visitor each under the title “The Unhappy Elite.”

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[i]In a report published on May 21, 2010, Christian Science Monitor’s online platform describes the innovation as follows: “After almost 15 years of work and $40 million, a team of scientists at the J. Craig Venter Institute says they have succeeded in creating the first living organism with a completely synthetic genome. This advance could be proof that genomes designed in a computer and assembled in a lab can function in a donor cell, eventually reproducing fully functional living creatures, that is, artificial life. As described today in the journal Science, the study scientists constructed the genome of the bacterium Mycoplasma mycoidesfrom more than 1,000 sections of preassembled units of DNA. Researchers then transplanted the artificially assembled genome into a M. capricolumcell that had been emptied of its own genome. Once the DNA ‘booted up,’ the bacteria began to function and reproduce in the same manner as naturally occurring M. mycoides.” https://www.csmonitor.com/Science/2010/0521/J.-Craig-Venter-Institute-creates-first-synthetic-life-form.

[ii]https://sgidna.com/syn20-syn30-minimalcell.html. (“Verification of an institutes [sic] agreement and ability to comply w [sic] with BSL-2 (Biosafety Level 2) procedures may be required prior to shipment.”)

[iii]These cells were provided bycpo / cellular phenomics & oncology (Dr. Christian Regenbrecht).

[iv]Read by Gudny Gudmundsdottir, Spencer Saleban, Diana McCarty, Rachel O’Reily, and Jochen Steinbicker; song by Janja Vuletic.

[v]All quotes from Jean-Luc Nancy, “The Intruder,” in Corpus, trans. Richard A. Rand (New York: Fordham University Press, 2008), 161–70.