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IN THE LAND OF THE BLIND THE ONE EYED MAN LOSES SIGHT
GROUP SHOW – ABBAS AKHAVAN / ÉTIENNE CHAMBAUD / KARIN LEHMANN / CINTHIA MARCELLE / NICHOLAS MANGAN / NICOLA MARTINI / TIAGO MATA MACHADO / ALVARO URBANO / JULIUS VON BISMARCK – CURATED BY JULIAN CHARRIÈRE

ERÖFFNUNG: FREITAG, 13. NOVEMBER, 2015 / 18 – 20 UHR
AUSSTELLUNG: 14. NOVEMBER, 2015 – 23. JANUAR, 2016

DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, die von Julian Charrière, einem Künstler der Galerie, kuratierte Gruppenausstellung In the Land of the Blind the One-Eyed Man Loses Sight zu präsentieren.

Die Ausstellung nimmt die heutige Gesellschaft in den Blick; Schwerpunkte ihrer Verwandlung in Bilder sind Raumgeschichte, Vergänglichkeit und die Entwicklung von Materie, Form und – vor allem – Natur. Auf drei Stockwerken werden verschiedene existenzielle Formen und Prozesse mittels verschiedener Medien wie Video, Skulptur, Installation, Fotografie, Zeichnung und Collage veranschaulicht. Die Ausstellung nimmt das Erdgeschoss und den Kellerbereich der Galerie in der Tucholskystraße 38 sowie unseren neuen Ausstellungsraum im 2. Obergeschoß in der Auguststraße 75 ein.

Wie der Titel erkennen lässt, geht es bei In the Land of the Blind the One-Eyed Man Loses Sight um Perspektiven der Wahrnehmung, die sich aus unserer Welt und ihrer Beobachtung mit Blick auf Materialität und Oberflächen und ihre Beschaffenheit ergeben. Angesichts des Spektakels und der Virtualität des 21. Jahrhunderts wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten; die Ausstellung reagiert darauf mit der Darstellung verschiedener Herangehensweisen an und Begriffe der Wahrnehmung von Umwelt, Raum und Natur, wobei wir als Zuschauer mit Objekten, Oberflächen und Prozessen auf einer Stufe stehen. Indem sie eine ganz eigene Wirklichkeit von Dingen und Bildern entwirft, die von einer unbestimmten Vergangenheit und der stets möglichen Zukunft genährt werden, sucht sie die zeitlichen, räumlichen und ästhetischen Einschränkungen zu überwinden, die heute angesichts der medialen Wende einer sich der Erkenntnis entziehenden Virtualität an ihre Grenzen zu stoßen scheinen.

Die Ausstellung versammelt zeitgenössische Debatten und Herangehensweisen rund um Zeit, Raum und ästhetische Wahrnehmung und verbindet sie mit Fragen von Umwelt, Materialität und objektorientierter Ontologie. In einer von Andrew Cole in seinem kritisch diskutierten Essay „Those Obscure Objects of Desire“ in Artforum im Sommer 2015 dargestellten Dialektik verabschiedet die Ausstellung sich vom blinden Menschen als dem Mittelpunkt der Beziehung zwischen Dingen und dehnt zugleich den Begriff des Menschen auf alle Verhältnisse aus, um so zugleich wichtige ontologische, die Umwelt betreffende, politische und ethische Fragen aufzuwerfen. Unterstrichen wird diese Dialektik zudem durch den Titel, der darauf hinweist, dass auch der kritische Künstler oder Intellektuelle bei seinem Versuch, die ‚Wahrheit‘ hinter dem Schleier zu erspüren, zu hinterfragen und normativ anzusprechen, blind und durch den Menschen als solchen sowie die sozioökonomischen und politischen Verhältnisse, in die er im alltäglichen Leben eingebunden ist, interpelliert bleibt.

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Karin Lehmann (1981, CH) zeigt Sediment Samples, eine Arbeit aus 200 mit Wasser gefüllten ungebrannten Tontöpfen. In einem natürlichen Prozess vermischt sich das Wasser mit dem Ton, wodurch dieser hier und da aufbricht und der Galerieraum zum Schauplatz eines simulierten Prozesses von Versackung, Einschmelzung und Sedimentierung wird: Es bildet sich ein herrlicher Sumpf, eine Art Landschaft. Lehmanns Bodeninstallation kontrastiert mit drei Detailaufnahmen der Serie Landscape Painting, für die Julius von Bismarck (1983, D) mit der örtlichen Bevölkerung ortsspezifische Interventionen in der Landschaft Mexikos durchführt: Pflanzen und Steine werden mit weißer Acrylfarbe bestrichen und dann in den Originalfarben angemalt. Für den Betrachter ist zwischen wirklicher und simulierter Landschaft kein Unterschied zu erkennen – vor Ort allerdings werden die Pflanzen den Preis für die Unverträglichkeit der verwendeten Chemikalien bezahlen.

Abbas Akhavan (1977, IR) zeigt mehrere Arbeiten in Tusche auf Steinpapier, die ohne Rahmen direkt an der Wand befestigt werden. Die unbetitelten Zeichnungen entstehen, indem der Künstler Papier mit Tuscheauftrag wässert und dann schräg hält; die verfließende Tusche findet nach den Gesetzen der Natur ihren eigenen Weg und schafft so organische, aber auch geometrische Formen, wobei verschiedene Schattierungen, die durch den natürlichen Trocknungsprozess innerhalb einer größeren Struktur erscheinen, an eine biologische Verteilung denken lassen. Eine ähnlich biologische Genese des Objekts zeichnet Nicola Martini (1984, IT) nach, von dem drei Arbeiten in der Schau zu sehen sind. Die erste, eine Skulptur, besteht aus gebrochenem Porphyr in einer haftfreien Gummibeschichtung, auf die der Künstler eine Lösung aus Schellack und Grafit gießt, die durch Reibung ihre Deckfähigkeit verliert und zu kalligrafisch anmutenden Zeichen gerinnt. Das zweite Werk ist eine vorhangähnliche Installation aus Schellack auf Karton, die durch Rollen gebrochen und dann mit einem Silikon-Gummi-Gemisch gehärtet. Das dritte Werk, ein Video, zeigt Schellackflocken unter UV-Licht, die sich auf einer ebenen Oberfläche unter Einfluss der Resonanzfrequenz bewegen. Die Formen der Verknüpfung von Materialien in Martinis Arbeiten veranschaulichen die verschiedenen Gestalten und Geschichten lebender Objekte und der materiellen Verbindungen, aus denen sie bestehen.

Étienne Chambaud (1980, FR) präsentiert drei neue Werkgruppen. The Dialectic besteht aus einem Beil mit zwei Klingen, die in entgegengesetzte Richtungen weisen. Ein Ende des Beils ist tief in die Wand der Galerie eingedrungen, als habe jemand es mit einem mächtigen Schlag in sie hineingetrieben. Den physischen Schaden, den es der Wand beigebracht hat, droht es in genauer Umkehrung auch dem an, der sich seiner bemächtigen wollte. Eine andere Umkehrung erfährt das Ausgangsobjekt in der Arbeit aus der Serie The Undercuts. Sie besteht aus einer Sammlung von Tierhäuten, die über hochformatige Rahmen gespannt sind, sodass die Schauseite der ‚Leinwand‘ mit der Innenseite des Balgs zusammenfällt. Die Unsichtbarkeit und Simulation des eigentlichen Objekts, das durch optische und virtuelle Repräsentationen und Stellvertreter des Realen ersetzt wird, wird in der Serie Flat Source auf die Spitze getrieben. Das Bild (oder genauer, das Fotonegativ des Bildes) einer Landschaft wird mit einem Messer kreuzförmig geschlitzt. Nach Entwicklung des Fotos (Flat Source Negative) wird das Negativ in eine versiegelte Aluminiumkassette (Flat Source) eingelegt, wo es sich nun genau unter dem durch die sich kreuzenden Linien auf dem Bild markierten Punkt verbirgt.

Nicholas Mangan (1979, AU) beteiligt sich an der Ausstellung mit einer ungewöhnlichen Interpretation des künstlerischen Dokumentarvideos. Seine Arbeit zeigt Aufstieg und Fall von Nauru, einem winzigen Inselstaat in Mikronesien. Notes From a Cretaceous World analysiert die Entstehung von Nauru als Zentrum des Phosphatabbaus; nach der Entdeckung der Phosphatlagerstätten hatte es in den 1960ern und 1970ern das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen, befindet sich nach Erschöpfung der Vorkommen nun aber am Rande des Staatsbankrotts. Die Arbeit veranschaulicht, wie stark wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse von Natur- und Umweltbedingungen wie Wasser, Felsen, Mineralien und Landschaften abhängen, die in geologischen Zeiträumen vor dem Auftreten des Menschen entstanden sind. Zeit und Raum erweisen sich aufs Neue als wichtige Themen für Geschichtlichkeit, die die Grundlage für ästhetische Wahrnehmung (Sehen) bilden. Ähnliches gilt für die Collagen und zwei Skulpturinstallationen von Alvaro Urbano (1983, ES). Erstere bestehen aus Fotoausschnitten, die Überreste von skulpturalen Arbeiten aus den Händen früherer Künstler zeigen, die Urbano auf dem Gelände rund um die Villa Romana, eine der ältesten Künstlerresidenzen in Deutschland, aufsammelte. Die collagierten fotografischen Reproduktionen montiert er hinter verzogene Glasscheiben, sodass sie ein verschwommenes und verzerrtes Bild der Vorstudien bieten, die jahrzehntelang im Boden rund um die Residenz schlummerten. Die Geister der Vergangenheit und die Aura der Kunst werden so materialisiert, deterritorialisiert und neu angeeignet, indem sie durch ihre eigene Historizität vergegenwärtigt werden. Zwei weitere großformatige Arbeiten avisieren eine Neukonfiguration räumlicher und zeitlicher Schichten durch ihre Verschiebung in den White Cube. Sie bestehen zum einen aus einer ausdrucksstarken Installation auf Grundlage von Jules Vernes Reise zum Mittelpunkt der Erde in Form einer Diashow mit Bildern aus einem aufgelassenen Tunnel – ein Unterstand für Mineralsalze, die Original-Tunnellampe und kalligrafische Skulpturen auf dem Boden, die den Code für den Erdkern bezeichnen – und zum anderen aus einem großen Loch in der Wand, hinter dem man auf eine Tür zu einer Parallelwirklichkeit stößt: ein grüner Wald – das Trugbild einer in die Galerie versetzten Naturszene jenseits von Zeit und Raum.

Im Dialog mit Urbanos Arbeiten skizziert A Playwright von Cinthia Marcelle (1974, BR) eine weitere dramaturgische Entfaltung der Vorstellungen von Zeit, Ausblick und Erdoberfläche. Auf den beiden Fotografien ist zunächst ein kleines ausgeschachtetes Loch im Boden links neben einer Hütte zu sehen; die runde Öffnung fasst genau den Hut, der aus ihr emporragt. Im zweiten Bild sitzt der Hut auf dem Kopf eines Mannes, der auf dem kleinen Aushubhügel weiter rechts steht und erstaunt auf das Loch zurücksieht, dem er entstiegen ist – eine metaphorische Anknüpfung an die conditio humana, die es uns, so scheint es, ermöglicht, uns über die Dinge zu erheben, die wir alle als gleichwertig ansahen, blind dafür, dass es keine strenge Grenzlinie zwischen Natur und Kultur, zwischen Vergangenheit und Zukunft gibt. Dagegen entwirft Marcelles in Zusammenarbeit mit Tiago Mata Machabo (1973, BR) entstandene Videoarbeit The Century ein kreativ-abstraktes Bild dafür, wie Konflikte unser Leben und die Zeit bestimmen und unterbrechen: Es zeigt einen Kampf der Dinge, die von beiden Seiten auf eine Straße entlang einer Mauer mit Stacheldraht geworfen werden und einen Ort augenscheinlicher Ruhe verwüsten.

Die Ausstellung ist bis zum 16. Januar 2016 Dienstags bis Samstags von 11 bis 18 Uhr in der Tucholskystraße 38 und in der Auguststraße 75 im 2. Obergeschoss zu sehen. Presseinformationen erhalten Sie von Owen Clements, owen(at)dittrich-schlechtriem.com, der Ihnen auch für weitere Fragen und Terminvereinbarungen zur Verfügung steht.

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IN THE LAND OF THE BLIND THE ONE EYED MAN LOSES SIGHT
GROUP SHOW – ABBAS AKHAVAN / ÉTIENNE CHAMBAUD / KARIN LEHMANN / CINTHIA MARCELLE / NICHOLAS MANGAN / NICOLA MARTINI / TIAGO MATA MACHADO / ALVARO URBANO / JULIUS VON BISMARCK – CURATED BY JULIAN CHARRIÈRE

OPENING: FRIDAY, 13 NOVEMBER, 2015 / 6 – 8 PM
EXHIBITION: 14 NOVEMBER, 2015 – 23 JANUARY, 2016

DITTRICH & SCHLECHTRIEM is pleased to present the group show In the Land of the Blind the One-Eyed Man Loses Sight curated by gallery artist Julian Charrière.

In this exhibition contemporary society is examined and illustrated from diverse visual foci on spatial historicity, evanescence, and the evolution of matter, form, and—mainly—nature. Various modes and processes of existence are shown on three different floors in a show comprising a range of media such as video, sculpture, installation, photography, drawing, and collage. The exhibition occupies both the ground floor and basement level gallery spaces at Tucholskystraße 38, and continues into our new 2nd floor exhibition space located at Augustraße 75.

As the show’s title suggests, In the Land of the Blind the One-Eyed Man Loses Sight focuses on perspectives of perception that are based on our world and its observation in materiality, texture and surface. As general awareness gets ever more confusing in the spectacle and virtuality of the 21st century, the show illustrates various approaches and concepts of seeing environment, space and nature, with us as spectators on equal terms with objects, surfaces and processes. Creating a distinct reality of objects and images that are feeding on the indefinite past and the perpetually possible future, the exhibition tackles the constraints of time, space and aesthetic perception that are seemingly reaching their limits due to the medial turn of an inconnu virtuality nowadays.

The exhibition brings together current discussions and approaches around time, space, and aesthetic perception, linking them to environment, materiality, and object-oriented ontology. Dialectically, as Andrew Cole put it in a critically debated essay on “Those Obscure Objects of Desire” in the Summer 2015 issue of Artforum, the exhibition is parting ways with the blind human as the focal point of the relationship between objects, while on the other hand expanding the human into all relations, raising major ontological, environmental, political and ethical questions along the way. This dialectic is further underlined by the title indicating that even the critical artist and the intellectual who tries to sense, scrutinize, and normatively address ‘truth’ beyond the veil remain blind and interpellated by the sole human as well as socioeconomic and political conditions one is dealing with in everyday life.

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Karin Lehmann (1981, CH) is showing Sediment Samples, a work containing 200 unfired clay pots filled with water. Due to the natural process, the water mixes with the clay of the pots, breaking these in parts as well as resulting in a sinking and melting sedimentation simulation in the gallery space building a beautiful swamp similar to a landscape. Lehmann’s ground installation is contrasted by three detail photographs of the Landscape Painting series in which Julius von Bismarck (1983, D) conducts a site-specific work with natives in the Mexican landscape, literally painting the plants and rocks in white acrylic and then repainting them in their original colors. The spectator will not see a difference between the actual landscape and the simulated one, though on the site, the plants will pay the debt due to their incompatibility with the chemical substance.

Abbas Akhavan (1977, IR) presents several works in ink on stone paper that are shown unframed attached directly to the wall. The untitled drawings are created through angling the inked paper with water producing both organic and geometric shapes as the ink flow then naturally makes its own way, appearing in different shades within a larger structure bearing traces of biological distribution in the process of natural drying. A similar biological genesis of the object is traced by Nicola Martini (1984, IT), who has three works in the show. The first sculpture is made out of fragmented porphyry in a non-stick rubber coat, on which the artist pours a solution of shellac and graphite that, through friction, loses its covering properties and gathers in seemingly calligraphic signs. The second is a curtain-like installation of shellac on cardboard that is rolling-fractured and then cured by a silicon rubber composite. The third, a video, features shellac flakes under UV light that are moving on a flat surface due to its resonance frequency setting the fluffs in motion. The modes of material combination in Martini’s works show the different forms and histories of living objects and the substantial composites they are made of.

Étienne Chambaud (1980, FR) shows three recent bodies of work. The Dialectic consists of an axe with diametrically opposed blades on both sides. One part of the axe is deeply buried in the gallery’s wall as though it was used to hack into it. But what it does physically to a wall, it does virtually and symmetrically to the person who might use it. Another type of reversal happens to the original object in the work from The Undercuts series. It consists of a collection of animal skins stretched over portrait format frames so that the visible side of the ‘canvas’ is the inside of the animal’s hide. The invisibility and simulation of the actual object, replaced by visual and virtual representations of the real and its proxies, is driven to a head by the Flat Source series. The image (actually the photographic negative of that image) of a landscape is here crossed out with a blade. After developing the photograph (Flat Source Negative), the negative is put under seal in an aluminum box (Flat Source) and buried at the exact spot marked by the crossed lines on the image.

Nicholas Mangan (1979, AU) joins the exhibition with an exceptional take on documentary video art, presenting the rise and fall of Nauru, a tiny island country in Micronesia. Notes From a Cretaceous World analyzes the genesis of Nauru as a phosphate rock mining giant; after the discovery of the phosphate deposits, in the ’60s and ’70s, it boasted the highest per-capita income in the world but has now turned into an almost bankrupt state since the exhaustion of the mineral reserves. The work illustrates how economic and social conditions are very much dependent on natural and environmental conditions such as water, rocks, minerals, and landscapes that have their origins in pre-human geologic times. Time and space are again revealed to be major themes for historicity, laying the ground for aesthetic perception (seeing), as also in Alvaro Urbano’s (1983, ES) collages and two sculptural installations. Urbano’s collage works are made out of photo cutouts showing remnants of historic artists’ sculptural work that he gathered in the ground around Villa Romana, one of the oldest artists’ residences in Germany. The collaged photographic reproductions are framed behind warped glass, showing a blurred and distorted perspective on the preparatory studies that had lain buried around the residence for decades. The ghosts of the past and the aura of art are thus materialized, deterritorialized, and reappropriated, brought back by their own historicity. Two additional large-scale works approach a reconfiguration of space and time layers by shifting them into the white cube. They encompass, first, an intense installation based on Jules Verne’s Journey to the Center of the Earth in the form of a slide show of an abandoned tunnel—a shelter for mineral salts, the original tunnel lamp, and calligraphic sculptures on the ground signifying the code to the world’s core; and second, a large hole in the wall behind which one finds a door to a parallel reality—a green forest—a relocated natural scenery beyond time and space in a simulacrum setting.

In communication with Urbano’s works, Cinthia Marcelle’s (1974, BR) A Playwright further dramaturgically elaborates notions of time, prospect, and the earth’s surface. In these two photographs one sees at first a small excavated puncture on the left side of the ground of a hut with a hat looking out of the round hole being perfectly framed by it. The second image then depicts a man in the same hat looking stunned as he stands on the small excavated mound on the right side and eyes the hole he came from, in a metaphoric link to the human condition that seems to let us rise to a vantage above the objects we used to see as tantamount, oblivious of the fact that there is no strict division between nature and culture as well as past and future. In contrast, Marcelle’s video work The Century, a collaboration with Tiago Mata Machado (1973, BR), shows a creatively abstract concept of life and time being set and interrupted by conflicts: it presents a battle of objects being thrown from two sides on a street bordered by a wall topped with barbed wire, laying waste to an apparently calm site.

The exhibition will run through January 16, 2016, and is open from 11am to 6pm Tuesday through Saturday at both Tucholskystraße 38 and Auguststraße 75, 2nd floor. Please contact Owen Clements, owen(at)dittrich-schlechtriem.com, for press information and with any further questions or requests for appointments.