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DAS NUMEN
Meatus
ERÖFFNUNG: FREITAG, 27. JANUAR, 18 – 21 UHR
AUSSTELLUNG: 28. JANUAR – 11. MÄRZ 2017

Die Galerie zieht um und vergrößert sich – eingeweiht werden die neuen Räume in der Linienstraße 23, direkt hinter der Volksbühne, mit der Installation Das Numen Meatus (lat.: Pfad) des in Berlin lebenden Künstlerkollektivs Das Numen.

Etwas nicht Greifbares, Ephemeres füllt die Räume der Galerie: Töne kommen aus dem unteren Teil, erzeugt durch sechs Labialpfeifen sowie eine Zungenpfeife, alle zwischen 4,20 und 4,80 Meter lang, waagerecht in der Luft hängend. Von zwanzig Wetterstationen live erhobene Windgeschwindigkeiten und -richtungen werden von Das Numen genutzt und mittels einer Software in Impulse umgewandelt. Diese wiederum steuern Ventile, die komprimierte Luft – im Orgelbau Wind genannt – durch die Pfeifen strömen lassen und zum Klingen bringen. Der Besucher der Galerie befindet sich in dem tieferliegenden Ausstellungsraum, erlebt aber gleichzeitig durch die Messdaten, die an verschiedenen Punkten der Erde zeitgleich aufgezeichnet und hier in Töne transferiert werden, eine ästhetische Erfahrung. Wissenschaftliche Daten, die in ihrer schieren Menge oft ungenutzt bleiben, werden in sinnliche Töne gewandelt.

Eine weitere wichtige Komponente der Installation Das Numen Meatus ist der sie umgebende Raum: Ohne Resonanzraum entsteht kein Klang, ohne Luft gibt es keine Resonanz, keinen Wind, kein Klima. Ohne Atmosphäre gibt es auch kein Leben, wie wir es kennen.

Das Numen besteht aus Julian Charrière, Andreas Greiner, Markus Hoffmann und Felix Kiessling, alle haben an Olafur Eliassons Institut für Raumexperimente studiert. Das an die Universität der Künste angeschlossene Institut folgte der Prämisse Experimentieren als Methode. In diesem Geist arbeiten die vier Künstler sowohl alleine als auch temporär miteinander als Das Numen. Ihre Kunst scheint grundsätzlich mit ihrer Umgebung verbunden und mit der Gegenwart, greift gesellschaftliche Themen auf und Naturgegebenheiten. Frühere Projekte realisierte die Gruppe unter anderem im KW Institute for Contemporary Art, im Deutschen Architekturzentrum Berlin und im Schinkel Pavillon. Immer wieder greifen die Künstler auf die Expertise von Spezialisten und Wissenschaftlern zurück, um komplizierte Prozesse in ihren – oftmals an Experimente erinnernden – Werken zu verdinglichen und in den Kunstkontext zu rücken, sie erlebbar zu machen und Fragen aufzuwerfen.

Begleitend zur Ausstellung wird eine Publikation in englischer und deutscher Sprache mit einem Essay von Boris Pofalla erscheinen.

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DAS NUMEN
Meatus
OPENING: FRIDAY, 27TH JANUARY, 6-9PM
EXHIBITION: 28 JANUARY – 11 MARCH 2017

The gallery is about to move to a more spacious venue—the new gallery at Linienstraße 23, right behind the Volksbühne, will be inaugurated with the installation Das Numen Meatus (from the Latin for “path”) by the Berlin-based artist collective Das Numen.

Something intangible and ephemeral fills the gallery’s rooms: sounds emerge from the downstairs area, produced by six flue pipes and one reed pipe, all between 13.8 and 15.7 feet long, that are suspended in a horizontal position. Das Numen feed readings—wind velocities and directions—from twenty weather stations into a computer program that converts the data into impulses. The latter in turn control valves that allow compressed air—wind, in organ-maker parlance—to pass through the pipes, which begin to sound. For the visitor in the lower gallery, the instrument readings recorded synchronously at various locations around the world and transferred into sounds make for a curious aesthetic experience. Scientific data that, due to its enormous quantity, often goes unused is transformed into sensual sounds.

Another important component of the installation Das Numen Meatus is the space around it: there is no sound without a resonance chamber; without air there is no resonance, no wind, no climate. And life as we know would not exist without the atmosphere.

Das Numen is Julian Charrière, Andreas Greiner, Markus Hoffmann, and Felix Kiessling—all four studied at Olafur Eliasson’s Institut für Raumexperimente, which was affiliated with the Berlin University of the Arts (UdK) and premised on the methodological primacy of experimentation. In this spirit, the four artists work both individually and in temporary collaborations under the label Das Numen. Engagement with the surroundings as well as with the present moment would seem to be a defining feature of their art, which addresses social issues as well as natural realities. Earlier projects by the group were implemented at the KW Institute for Contemporary Art, the Deutsches Architekturzentrum Berlin, and the Schinkel Pavillon, among other venues. The artists often draw on the expertise of specialists and scientists in their efforts to produce vivid objective representations of complex processes in works that frequently recall experimental setups. Displacing the phenomena under consideration into the art context, their art raises important questions.

A publication in English and German with an essay by Boris Pofalla will be released in conjunction with the exhibition.