Rats-m

 

ROGER BALLEN
ASGER CARLSEN
NO JOKE
ERÖFFNUNG: FREITAG, 16. SEPTEMBER / 18 – 21 UHR
AUSSTELLUNG: 16. SEPTEMBER – 22. OKTOBER 2016
ERWEITERTE ÖFFNUNGSZEITEN ZUR BERLIN ART WEEK
SAMSTAG & SONNTAG, 17. – 18. SEPT / 11 – 19 UHR

 

Lars Dittrich und André Schlechtriem freuen sich, die aus der Zusammenarbeit von Roger Ballen und Asger Carlsen entstandene revolutionäre Serie NO JOKE zu präsentieren. Der geschlossene Zyklus von 37 Schwarzweißfotografien wird in seiner Gesamtheit im Rahmen der Berlin Art Week zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt und ist vom 16. September bis zum 22. Oktober 2016 zu sehen. Eine prominente weitere Präsentation ist für den November geplant: Die Arbeit wurde für die Paris Photo 2016 ausgewählt.

Im Mittelpunkt der Praxis beider Künstler steht ihr Interesse am Unterbewussten und die gekonnte Erkundung der komplexen Welten des archetypischen Außenseiters und des Un- bis Übernatürlichen. Die Gemeinschaftsarbeit setzt sich mit dem Verhältnis des Künstlers zum menschlichen Körper und Geist auseinander. Ihre Position ist womöglich durch Erfahrungen von Ortlosigkeit und tief verwurzelter Einsamkeit und den unstillbaren Wunsch geprägt, diese Ästhetik zu konstruieren und insbesondere durch die Prozesse der Photographie zu vermitteln.

Die beiden Künstler, die sich selbst als Außenseiter bezeichnen – Ballen ist 1950 in New York geboren und lebt in Johannesburg, Carlsen kam 1973 in Frederiksberg bei Kopenhagen zur Welt und lebt heute in New York – begannen 2013 mit einer Zusammenarbeit auf Distanz. Auf Grundlage ihrer gemeinsamen konzeptuellen Vorstellungen tauschten Ballen und Carlsen Informationen und digitale Dateien ausschließlich über Email und Skype aus. Über mehrere Jahre hinweg wanderten Bilder zwischen den zwei Künstlern hin und her. In jedem Arbeitsschritt verändert, erweitert, mit neuen Schichten angereichert und überzeichnet, verwandelten sie sich schließlich in enigmatische Fotocollagen, die modernste Bildbearbeitung mit Photoshop und digitale Prozesse mit analogen Techniken des Ausschneidens und Einklebens und grafischen Elementen verbinden.

Für NO JOKE schufen Ballen und Carlsen Fotoskulptur-Figuren, tauschten Selbstporträts aus, ersetzten Körperteile und verschoben sie an andere Stellen, besiedelten Architektur mit schrägen Gestalten, zerschnitten und collagierten von Hand gezeichnete Masken und Graffiti sowie Spinnen, Füchse, Engel, Dämonen und Puppen – sämtlich Material aus ihren individuellen Bildinventaren – in einem imaginären gemeinsamen Atelier, einem traumartigen Studio, in dem sich ein unwirkliches Geschehen abspielt.

Ähnlich wie der surrealistische cadavre exquis, aber absichtsvoller als dieser bereichert der Austausch in der Zusammenarbeit die Praxis beider Künstler und bedeutet zugleich eine Herausforderung, die den fruchtbaren Boden für wahrhaft Originelles, für auf überzeugende Weise Unbehagliches und Beunruhigendes bereitet. Wie die Künstler jüngst in einem Interview mit Office Magazine erklärten: „Wenn man eine Idee mit Worten definieren kann, kann man sie wegschmeißen. Man kann sie verpacken und in einen Supermarkt legen. Wenn die Kunst dagegen undefinierbar ist, entfaltet sie mehr Macht im Unterbewussten, das Unterbewusste weiß nicht, was es mit ihr anfangen soll, also wälzt es sie wieder und wieder und wieder um in dem Versuch, sich irgendwie zu ihr zu verhalten … Deshalb sollte eine Arbeit in gewisser Weise schwer einzuordnen sein. Wenn sie zu leicht einzuordnen ist, bleibt sie wirkungslos.“

Während der Berlin Art Week wird die Galerie am Samstag & Sonntag, 17.–18. September, länger öffnen (von 11 bis 19 Uhr). Ein vollständiger Katalog wird aus Anlass der Ausstellung erscheinen. Für Informationen und bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Owen Clements, owen(at)dittrich-schlechtriem.com.

———————————–

ROGER BALLEN
ASGER CARLSEN
NO JOKE
OPENING: FRIDAY, 16 SEPTEMBER, 2016, 6–9 PM
EXHIBITION: SEPTEMBER 16 – OCTOBER 22, 2016

 

Lars Dittrich and André Schlechtriem are pleased to present NO JOKE, the revolutionary collaborative series by Roger Ballen and Asger Carlsen. The self-contained series of 37 black-and-white photographs premieres in its entirety during Berlin Art Week, opening September 16 and running through October 22, 2016. A significant follow-up presentation has been selected to be featured at Paris Photo 2016 in November.

At the core of each artist’s practice is an interest in the subconscious and a skilled investigation into the complex worlds of the archetypal outsider and the preternatural. The collaboration examines the artists’ relationship with the human body and mind. This position is perhaps shaped by displacement, inherent disconnection, and an insatiable desire to construct and communicate this aesthetic, specifically through the processes of photography.

Self-described outsiders—Ballen, born in New York in 1950, now lives in Johannesburg; Carlsen, born in Frederiksberg near Copenhagen in 1973, now lives in New York—the two artists established a long-distance collaboration in 2013. Based on their shared conceptual foundation, Ballen and Carlsen began exchanging information and digital files exclusively over email and Skype. Images were parleyed between the two artists over the course of several years. Manipulated, enhanced, layered, and drawn over with each pass, they turned into enigmatic photo-collages fusing advanced Photoshop and digital processes, analog cut and paste techniques, and illustrations.

In NO JOKE, Ballen and Carlsen composed photo-sculpted figures, swapped self-portraits, substituted and re-assigned body parts, oddly occupied architecture, cut and collaged hand-drawn masks and graffiti, as well as spiders, foxes, angels, demons and dolls—all from their individual image inventories—in an imaginary shared studio space, a dream-like set on which an illusive narrative unfolds.

Not unlike the Surrealist cadavre exquis, though more deliberate, this collaborative exchange nurtures and challenges both artists’ practice, creating fertile ground for the truly original to occur, something satisfyingly awkward and uneasy. As the artists expressed it in a recent interview with Office Magazine, “If you can define an idea with words then you can get rid of it. You can package it and put it in a supermarket. But if the art is indefinable it is more powerful in the subconscious, the subconscious can’t figure out what to do with it so it turns it over, turns it over, turns it over, trying to come up with some relationship to it … So the work should have that aspect of not being easily placed. If it’s too easily placed, it has no impact.”

The gallery will have extended hours during Berlin Art Week, Saturday & Sunday, September 17–18 September from 11am to 7pm. The gallery will publish a complete catalog on the occasion of the exhibition. Please contact Owen Clements, owen(at)dittrich-schlechtriem.com, for information and with any further inquiries.